Aderhaut – Erkrankungen und Tumore

Die Schicht zwischen der Netz- und Lederhaut wird als Aderhaut (Choroidea) bezeichnet. Sie ist Teil der sogenannten Gefässhaut oder Uvea, welche zusätzlich aus Ziliarkörper und Regenbogenhaut besteht. Die Aderhaut ist besonders gefässreich und trägt massgeblich zur Versorgung der Netzhaut mit Nährstoffen bei. Des Weiteren wird die Temperatur im Augeninneren durch die Aderhaut konstant gehalten. Entzündliche Veränderungen oder Krankheiten der Aderhaut können deren Funktion beeinträchtigen und damit zu einer Verminderung des Sehvermögens und Augenproblemen führen.

Im Vergleich zu anderen Augenerkrankungen treten Aderhautveränderungen selten auf. Nachfolgend werden die häufigsten Formen beschrieben.

 

Entzündungen der Gefässhaut (Uveitis)

Aufgrund der Nähe zu anderen Augenstrukturen können Entzündungen stets auf mehrere Bereiche des Auges übergehen. Eine Entzündung der Aderhaut wird als Chorioiditis bezeichnet. Kommt es zu einer Netzhautbeteiligung so spricht man von einer Chorioretinitis.

Ursächlich sind zumeist infektiöse Erreger. Zu den gefürchteten Komplikationen gehören Ablösungen der Netzhaut (Amotio retinae) und Gewebeuntergang des Sehnervens (Atrophie).

 

Degenerative Aderhautveränderungen

Entwicklungsstörungen und Abbau des Aderhautgewebes können durch genetische Faktoren, nach Augenverletzungen –und Erkrankungen sowie Augentumoren entstehen. Oftmals ist die Netzhaut mitbeteiligt und es kommt zu zahlreichen Funktionsstörungen. Symptome können beispielsweise Sehschärfeminderungen, Gesichtsfelddefekte, gestörtes Farbsehen oder Nachtblindheit sein.

 

Ablösung der Aderhaut

Wie bei der Netzhautablösung kann sich auch die Aderhaut von den benachbarten Augenstrukturen wie der Lederhaut (das “Weisse“ im Auge) abheben. Ursache hierfür sind Verletzungen oder Entzündungen des Auges sowie Tumore der Aderhaut. Selten kann die Aderhautabhebung auch nach Operationen auftreten. Eine verminderte Sehfähigkeit ist die Folge.

 

Spaltbildungen der Aderhaut

Solche Fehlbildungen der Aderhaut, auch Kolobome, können angeboren sein oder treten nach Operationen oder Verletzungen des Auges auf. Hiervon können auch die Linse, das Augenlid sowie die Regenbogenhaut betroffen sein. Diese Gewebespaltung kann je nach Ausprägung zu Sehstörungen mit Gesichtsfeldausfällen oder Entstehung von Netzhautrissen- und löchern führen. Zusätzlich kann es Folgeerkrankungen des Auges bedingen (Schielen, Grüner Star).

Tumore der Aderhaut

Tumore der Aderhaut sind in den häufigsten Fällen gutartig. Da allerdings auch gutartige Veränderungen in einen bösartigen (malignen) Tumor übergehen können, sollte eine augenärztliche Abklärung sowie regelmässige Kontrolluntersuchungen in jedem Fall erfolgen. Eine Behandlung bzw. chirurgische Entfernung erfolgt bei malignen Arten immer, sofern möglich, und bei gutartigen Tumoren nur dann, wenn funktionelle Einschränkungen und dadurch Sehstörungen auftreten.

Ein Beispiel für gutartige Aderhauttumore ist der Aderhautnävus, der häufigste Augentumor. Wie bei den “Muttermalen“ der Haut (Nävi) handelt es sich auch hierbei um eine Anhäufung von Pigment-produzierenden Zellen (sog. Melanozyten). Die Diagnose kann der Augenarzt durch die Augenhintergrundspiegelung stellen; die Nävi haben eine scharfe Abgrenzung und eine gräulich-braune Farbe. Ein weiteres Beispiel für eine harmlose Aderhautveränderung ist das Aderhauthämangiom. Hämangiome (auch Blutschwämme genannt) sind Gefässtumore, die häufig auch auf der Haut zu finden sind und keinen Krankheitswert besitzen.

 

Aderhautmelanom und Aderhautmetastasen

Das Aderhautmelanom ist der häufigste bösartige Augentumor. Der Tumor geht von den Melanozyten der Aderhaut aus und kann aus einem Aderhautnävus entstehen. Als bösartig wird das Aderhautmelanom deshalb bezeichnet, weil es die Fähigkeit besitzt Ableger (Metastasen) in andere Organe zu entwickeln. Über das Blut gelangen Tochterzellen des Tumors in andere Gewebe wie zum Beispiel Leber, Knochen oder Lunge. Daneben kann es zu einer lokalen Zerstörung des Gewebes und Verdrängung benachbarter anatomischer Augenstrukturen kommen. In den meisten Fällen haben Betroffene keine Symptome. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium können Netzhautablösungen, Gesichtsfelddefekte, Sekundärglaukom (Grüner Star) sowie eine Entzündung des Augeninneren (Endophthalmitis) auftreten.

Die Prognose ist bei frühzeitiger Erkennung (Vorsorgeuntersuchungen!) gut. Um eine Heilung zu erzielen, muss der Tumor operativ entfernt werden. Zusätzlich erfolgt eine Strahlentherapie.

In seltenen Fällen können auch Ableger von Tumoren anderer Organe die Aderhaut befallen (Aderhautmetastasen). Beispiele hierfür sind bösartige Tumore von Lungen und Brust. Im Gegensatz zum Aderhautmelanom können die Aderhautmetastasen beide Augen befallen.

 

Aderhauterkrankungen können zu Sehstörungen führen. Neben Entzündungen und Fehlbildungen sind es vor allem bösartige Aderhauttumore die für die Gesundheit weitreichende Folgen haben können. Frühzeitige Abklärungen beim Augenarzt verhindern eine Diagnoseverzögerung und ermöglichen eine rechtzeitige Therapie. Auch zu diesem Zweck bieten wir Vorsorgeuntersuchungen der Augen an. Kontaktieren Sie uns für einen Termin!

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