Glaskörper – Erkrankungen

14.07.2017

22.08.2022
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Was ist ein Glaskörper?

Das Corpus vitreum (lat. für Glaskörper) ist eine gallertige Substanz welches zu 98% aus Wasser und einem restlichen Anteil aus Hyaluronsäure und Kollagenfasern besteht. Es verleiht dem Augapfel seine Form und Stabilität und wirkt dadurch einer Netzhautablösung entgegen. Zum Zweck der Lichtwahrnehmung ist es transparent und besitzt daher keine eigene Gefässversorgung und Innervation. Glaskörper-Veränderungen wie Blutungen, Eintrübungen oder Abhebungen können die Sehfähigkeit einschränken und zu veränderten optischen Wahrnehmungen führen. Neben der Behandlung der zu Grunde liegenden Störung muss in manchen Fällen auch ein chirurgischer Eingriff (sog. Vitrektomie) erfolgen.

Einblutungen

Glaskörpereinblutungen entstehen durch Veränderungen oder Verletzungen von benachbarten Augenstrukturen und treten beispielsweise auf bei:

  • Degenerativen Glaskörperveränderungen mit Abhebungen und Rissen von Blutgefässen der Netzhaut

  • Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) und Diabetes mellitus, durch Verletzung von instabilen Blutgefässen

  • Krankhaft erweiterten Netzhautgefässen (Aneurysmen) die einreissen

  • Traumata mit Verletzung des Netzhautgewebes oder benachbarter Strukturen

  • Hirndruckerhöhung, z.B. bei Hirnblutungen

Die Symptome wie das Sehen von Russregen, trübes Sehen oder eine Sehschärfenminderung setzen dabei ganz plötzlich ein.

Je nachdem wie ausgedehnt die Blutung ist, kann zunächst die körpereigene Blutstillung abgewartet werden. Ist auch die Netzhaut beteiligt, so kann unter Umständen auch eine chirurgische Glaskörper-Entfernung (Vitrektomie) notwendig sein.

Abhebung des Glaskörpers

Im Rahmen von natürlichen Alterungsveränderungen kommt es zur Zerstörung und Verdichtungen der Kollagenfasern, und der Glaskörper verflüssigt sich und kollabiert. Dies führt zumeist zu einer sog. hinteren Glaskörperabhebung – d.h. der Glaskörper löst sich von der Retina (Netzhaut) ab. Neben dem steigenden Alter gelten als weitere Risikofaktoren für eine Glaskörperabhebung:

  • Fehlsichtigkeiten wie Myopie (Kurzsichtigkeit)

  • Augenverletzungen

  • Entzündliche Veränderungen von Netz- und Aderhaut

Bedingt durch die Retraktion von Glaskörper von der Netzhaut kommt es neben einer allfälligen Verminderung der Sehschärfe vor allem zu visuellen Sensationen wie:

  • Lichtblitzen (Photopsien)

  • Schwarze Mücken (Mouches volantes)

  • Russregen

Um eine Netzhautbeteiligung auszuschliessen und Folgeschäden zu vermeiden, sollte bei den genannten Beschwerden innerhalb von 24 Stunden ein Augenarzt kontaktiert werden.

Glaskörper-Entzündung und Endopthalmitis

Eine isolierte Entzündung des Glaskörpers kommt nur selten vor. Aufgrund der anatomischen Nähe sind weitere Augenstrukturen wie Sehnerv, Netzhaut und mittlere Augenhaut zumeist mitbeteiligt. Es handelt sich dann um eine Entzündung des Augeninnern, eine Endophthalmitis. Die Endophthalmitis ist ein ernsthaftes Krankheitsbild das innerhalb kürzester Zeit zu einer Zerstörung des Auges und damit irreversiblen Erblindung führen kann.

Störungen während der Entwicklung des Glaskörpers

Während der Entwicklung des Glaskörpers besitzt dieser zunächst Blutgefässe die vor allem der Versorgung der Linse mit Nährstoffen dienen. Mit dem Fortschreiten der Glaskörperentwicklung kommt es normalerweise zur Rückbildung dieser Gefässe. In seltenen Fällen können sie allerdings persistieren, was zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Sehvermögens führt. Betroffene haben einen weisslich erscheinenden Pupillenreflex, auch Leukokorie genannt. Die Diagnose wird in der Regel im Kleinkindalter gestellt. Neben Glaskörperblutungen kann die fehlende Rückbildung des embryonalen Glaskörpers auch zur Entwicklung eines Grünen Stars (Glaukom) sowie einer Netzhautablösung führen.

Glaskörperchirurgie – Vitrektomie

Die chirurgische Entfernung des Glaskörpers wird Vitrektomie genannt. Beim Eingriff wird der Glaskörper durch Gas, Silikonöl oder eine Spezialflüssigkeit (Ringer-Lösung) ersetzt. Die Operation kann unter anderem in folgenden Fällen angezeigt sein:

  • Blutungen im Glaskörper die sich nicht von selbst auflösen

  • Gewisse Formen der Netzhautablösung

  • Schwere entzündliche Glaskörperveränderungen

  • Narbenbildungen nach Augenoperationen

  • Fremdmaterial im Glaskörper

Erkrankungen des Glaskörpers treten zumeist im Rahmen von anderen Augenveränderungen und gehäuft mit zunehmendem Alter auf. Vor allem eine Entzündung des Augeninnern (Endophthalmitis) sowie Netzhautablösungen (Amotio retinae) sind gefährliche Erkrankungen die zur Erblindung führen können und daher einer Behandlung durch den Augenarzt bedürfen. Störende visuelle Wahrnehmung wie Lichtblitze, Russregen oder “schwarze Mücken“ können Symptome von Glaskörperveränderungen sein und auf eine Beteiligung der Netzhaut hindeuten. In diesen Fällen empfehlen wir eine zeitnahe Vorstellung beim Augenarzt. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Augenarzt in Wallisellen!